Tauschzeit: Mehr als Nachbarschaftshilfe

Helfen sich gerne: Mitglieder der Tauschzeit

Gerade in unserer heutigen Zeit, wo Menschen sich immer mehr vereinzeln, sich schämen, Hilfe anderer in Anspruch zu nehmen und lieber mit dem Auto zum entfernten Supermarkt fahren als den Nachbarn um ein Ei zu fragen, wo aber auch Geld knapper wird, die Isolation zunimmt und damit die Möglichkeiten beschränkt zu sein scheinen für Hilfe durch Dienstleister, ist die Tauschzeit ein wohltuender Gegenpol zum allgemeinen Trend. Seit fünf Jahren gibt es an der Stadtkirche dieses Projekt.

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Hier hilft man sich gegenseitig und ist füreinander da. Mitglieder tauschen dabei nicht nur Hilfeleistungen aus nach dem Motto „wer hilft mir beim Gardinenwaschen und wem kann ich bei der Gartenarbeit helfen“, sondern sie helfen sich breitgefächert und tauschen auch Gedanken, Anregungen und Ideen vielfältigster Art miteinander.

Die Treffen, die gewöhnlich an jedem zweiten Mittwoch im Monat stattfinden, geben Freude und Entspannung. Und nicht zu unterschätzen sind die zahlreichen Freundschaften und privaten Kontakte, die über die Tauschzeit entstanden sind. Oft trifft man sich auch außerhalb der regelmäßigen Termine zu Aktivitäten und Gesprächen. Alle fühlen sich in einem Boote sitzend.

Immer wieder findet man Hilfe oder hat auch die Chance, sich selber einzubringen. In fünf Jahren ist so eine Gemeinschaft gewachsen und bietet Rat und Beistand.

Aber auch Lachen und Heiterkeit kommen nicht zu kurz. Viel Spaß bringen die Vorbereitungen zum Beispiel auf verschiedenste Events der Gemeinde oder auch innerhalb der Tauschzeit.

Im Sommer findet vor den großen Ferien das Abschlussfest der Tauschzeit statt, bei dem jeder sich nach seinen Möglichkeiten einbringen kann – sei es, dass man kulinarisch etwas zubereitet oder sich am inhaltlichen Programm beteiligt. Übrigens starten nach diesem Fest wieder alle mit dem gleichen Salzetalerpunktestand von zehn Talern (ein Taler entspricht einer Viertelstunde geleisteter Arbeitszeit).

Für die Teilnehmen der Tauschzeit ist diese Einrichtung gar nicht mehr wegzudenken. Mag sein, dass sich das alles nach geschlossener Gesellschaft anhört. Doch das ist die Tauschzeit auf gar keinen Fall. „Probieren Sie es doch einfach aus. Informieren Sie sich und fühlen Sie sich herzlich willkommen“, lädt Pfarrerin Martina Stecker ein. Helga Peters

Ansprechpartnern: Pfarrerin Martina Stecker

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Besuchskreise

In der Gemeinde gibt es mehrere Besuchskreise. Die Geburtstagsbesuche bei älteren Gemeindegliedern werden gemeinsam mit einem Team Ehrenamtlicher gemacht.

Interessenten an dieser ehrenamtlichen Arbeit sind eingeladen, sich bei Pfarrerin Wiltrud Holzmüller, Pfarrerin Martina Stecker oder Pfarrer Markus Honermeyer zu melden.

Migranten- und Flüchtlingsbüro

Das Migranten- und Flüchtlingsbüro befindet sich im Souterrain des Gemeindehauses an der Stadtkirche, von-Stauffenberg-Straße 3. Sprechstunden:

  • Dienstags 10-12 Uhr
  • Donnerstags 14-17 Uhr

Ansprechpartner: Kanawati Kamo, Telefon 959765

Brunch im Calvin-Haus

Jeden dritten Sonntag im Monat wird nach dem Gottesdienst in der Auferstehungskirche zu einen Brunch im Calvin-Haus eingeladen. Dort sollen die Gottesdienstbesucher noch zusammensitzen, sich austauschen und – natürlich – leckere Dinge essen.

Diese Idee hat vor vielen Jahren Pfarrerin Kornelia Schauf ins Leben gerufen. Damals wurden nach dem Gottesdienst eine warme Suppe und ein Nachtisch serviert und die Gemeinde konnte den Sonntag-Vormittag gemütlich ausklingen lassen. So nach und nach entwickelte sich das Projekt und schließlich wurde der bis heute beliebte Brunch daraus: es gibt frische Brötchen mit Käse und Aufschnitt, Salat, Suppe (von Fleischerei Hecht) sowie Nachtisch und Kuchen. In den Sommermonaten wird auch gegrillt.

Diejenigen, die dies alles vorbereiten, die einkaufen gehen, liebevoll die Tische mit Kerzen und frischen Blumen dekorieren, Kuchen backen und Desserts anrühren – das sind Ulrike Bettermann, Ehepaar Herbert und Alina Müller, Annegret Niemeyer, Christel Herling und Edeltraud Nickel. Sie sind als Brunch-Team inzwischen so gut und harmonisch eingespielt ist, dass die Arbeit Hand in Hand geht.

Dennoch: Hilfe ist immer willkommen. Man merkt den Brunch-Gästen an, dass sie sich wohlfühlen. Immer ist der Raum einladend geschmückt und das Büfett bietet so viel Auswahl, dass jeder mehr als satt wird. Das Team kümmert sich um Kaffee und Tee und sorgt dafür, dass immer alles vorhanden ist. Natürlich muss anschließend noch aufgeräumt und gespült werden…

An den Brunch-Sonntagen kommen zwischen 15 bis 30 Leute zum Essen, an besonderen Sonntagen wie den Konfirmanden-Vorstellungs-Gottesdiensten sind es auch doppelt so viele. Doch darauf stellt sich das Team ein – und freut sich, wenn es allen schmeckt. Denn viele Dinge wie Kuchen und Nachtisch sind vom Team selbst gemacht.

Anfangs kamen viele Gemeindemitglieder, die vorher den Gottesdienst besucht haben. Inzwischen sind einige verstorben oder können aus gesundheitlichen Gründen nur schwer zur Kirche und ins Gemeindehaus kommen. Wie Ulrike Bettermann erläutert, kommen inzwischen auch Menschen, die einsam sind oder sich aus sozialen Gründen auf diesen „kulinarischen“ Sonntag freuen. Natürlich freut sich das Team über jede Spende. Es steht immer ein Körbchen bereit, und ein Beitrag zum Essen ist willkommen.

Sozialberatung

Von-Stauffenberg-Straße 3 (Seiteneingang)
Tel. 0 152 53 40 61 85
Sprechzeiten: Do. 14-16 Uhr und nach Absprache