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Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde
Martin-Luther-Denkmal in Dresden.

Von Spitzbuben, Geizhälsen und Lästermäulern

Reformation 5.0: Dem „Volk aufs Maul schauen“ ist heute so wichtig wie vor 500 Jahren

„Aufs Maul“ ist ein besonderer Gottesdienst zum Reformationstag (31. Oktober) um 11 Uhr (!) in der Stadtkirche überschrieben. Mit viel Musik: Ein für alle offener Projektchor wird zwei, drei leichtere Stücke einstudieren und den Gottesdienst gemeinsam mit dem Gospelchor gestalten. „Jeder, der Spaß an grooviger, moderner Musik hat, ist gerne willkommen“, lädt Kantor Doo-Jin Park ein. Chorerfahrung und Notenkenntnisse sind nicht erforderlich – Spaß an der Musik und Neugier auf gemeinsames Singen reichen völlig. Die einzige Probe findet am Samstag, 30. Oktober, von 14 bis 17 Uhr im Gemeindehaus an der Stadtkirche statt. Einzige Voraussetzung ist die 3G-Regel: geimpft, genesen oder ein aktueller offizieller Test.


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„Dem Volk aufs Maul schauen“: jeder kennt diesen Spruch von Martin Luther. Er wollte die Bibel in ein allseits verständliches Deutsch übersetzen. Was hat Luther damals wirklich gemeint? Und welchen Sinn hat sein Spruch heute für uns? Dieser Frage will Pfarrerin Martina Stecker nachspüren. Und weil die gesungene Musik ein wesentliches Standbein der Reformation war, wird auch dieser Gottesdienst zum Reformationstag voller Musik sein.

Schon vor Luther gab es Bibeln auf Deutsch, doch sie waren wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt, und kaum jemand konnte sie verstehen. Luther ging deshalb einen neuen Weg. In seinem berühmten Sendbrief vom Dolmetschen (1530) heißt es: „…man muss die Mutter im Hause, die Kinder auf den Gassen, den gemeinen Mann auf dem Markt drum fragen und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden, und darnach dolmetschen; da verstehen sie es denn und merken, dass man deutsch mit ihnen redet.“

Dem Volk aufs Maul zu schauen heißt also: Ihr müsst hören, wie die Leute bei euch sprechen. Luther schöpfte aus der lebendigen gesprochenen Sprache und bereicherte sie zugleich. Er schuf Wörter wie Geizhals, Spitzbube, Lästermaul und Sündenbock, aber auch Machtwort, Nächstenliebe, Feuereifer, friedfertig und lichterloh: also meist bildhafte Ausdrücke. Darüber hinaus erfand er Sprachbilder und Wendungen, die uns heute noch als Sprichwörter begleiten, wie „aus seinem Herzen keine Mördergrube machen“, „seine Hände in Unschuld waschen“, „Perlen vor die Säue werfen“ oder „sein Licht unter den Scheffel stellen“.

Bei alledem war Luther nicht von Spracheifer getrieben, sondern bestrebt, dem Volk die Bibel nahezubringen. Die wollte er „klar und gewaltiglich verdeutschen“, also sinngemäß und zugleich eindringlich übersetzen. Mit einer bildhaften, volkstümlichen Sprache konnte er die Menschen am besten erreichen und bewegen.

Ihm lag es jedoch fern, sich beim Volk sprachlich anzubiedern. Er wollte keinesfalls, dass die verbreitete Unwissenheit das Niveau der Sprache bestimmte. Um die christliche Botschaft zu überbringen, brauchte er eine niveauvolle, universale Sprache. An vielen Stellen schrieb er daher eher ‚gehobenes‘ Deutsch, beispielsweise „siehe, da geschah“ oder „es begab sich aber“.

In seinem Bemühen um eine verständliche Sprache war Luther stets „Diener zweier Herren“: Gottes Wort so genau wie möglich zu übersetzen und vom Volk so gut wie möglich verstanden zu werden. Unermüdlich suchte er nach den richtigen Worten, um der Sache und zugleich dem Gegenüber gerecht zu werden. So gelang ihm eine Sprache, die weder volksfern noch populistisch war.

„Und in diesem Streben können, ja müssen wir Luther auch heute nacheifern“, sagt Pfarrerin Martina Stecker. Reformation ist für sie der Auftrag, „immer wieder aufs Neue zu schauen, wie wir die frohe Botschaft den Menschen in ihren jeweiligen Lebensumständen und Gewohnheiten vermitteln.“ Das Bewahren der überlieferten Texte und Lieder ist wichtig und schön, doch wir dürfen uns darin nicht erschöpfen, sie wie in einem Museum zu präsentieren, sondern müssen immer wieder neu prüfen, wie die Botschaft heute die Menschen erreicht. „Wir dürfen nicht wie ein Museum werden. Luther hat damals auch bekannte Gassenhauer benutzt, die die in Kneipen und auf der Straße gesungen wurden, und sie mit neuen Texten versehen. Wenn wir heute immer wieder auch moderne Popmusik mit entsprechenden Texten in der Kirche anbieten, dann entspricht das genau diesem lutherischen Bestreben.“

Musikalischer Gottesdienst zum Reformationstag
Sonntag, 31. Oktober, 11 Uhr
Stadtkirche auf dem Hallenbrink

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Zwischen Himmel und Hallenbrink

Wenn man mal richtig in den Seilen hängt, kann das ein Glück sein. Beispielsweise beim Klettern – wenn man sich nicht mehr halten kann und die Seilschaft zum Retter in der Not wird. Gut, wenn man sich da auf die Ausrüstung und vor allem auf den Partner verlassen kann!  Was man vom Klettern fürs Leben lernen kann? – Hören Sie rein!

Zwischen Himmel und Hallenbrink

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Felix allein in der Kirche…

Martina ist in den Urlaub gefahren – ohne Felix. Als Kirchi-Kind  hat er die Gelegenheit genutzt, die Kirche einmal ausgiebig und ganz allein zu inspizieren. Schaut, wo er alles war!

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Das ehemalige Pfarrhaus wird saniert

Video-Einblicke in Geschichte und bauliche Situation zum Denkmaltag 2021

Die ersten Vorbereitungsarbeiten haben begonnen: im ehemaligen Pfarrhaus von-Stauffenberg-Straße 1a soll bald die Verwaltung unserer Gemeinde einziehen. In den beiden Stockwerken darüber sollen in dem einst von Rat Hasse gebauten Haus Wohnungen entstehen. Martina Hohnhorst, Kirchenälteste und Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeinde, führt zum Denkmaltag 2021 in die Geschichte und bauliche Situation des Hauses ein. KLICKEN  SIE  AUF  DAS  BILD

PfarrRad-Sprechstunden auf dem Friedhof

Es gibt wieder Plaudersprechstunden auf dem Friedhof: An den Donnerstagen 15. Juli, 26. August und 30. September stehen PfarrRad-Pfarrerin Veronika Grüber und Gitta Brandes für Gespräche, Auskünfte und Seelsorge vor der Kapelle zur Verfügung. Kommen Sie gern auf einen Kaffee vorbei! Jeweils in der Zeit von 14 bis 15.30 Uhr.


Neue Gebührensatzung für den Stadtfriedhof

Die Gebühren für den Stadtfriedhof mussten nach längerer Zeit angepasst werden. Die Liste kann HIER als PDF eingesehen und heruntergeladen werden.

Gebet in der Zeit der Corona-Pandemie

Bischof Dr. Stephan Ackermann (Bistum Trier) hat ein Gebet veröffentlicht, dass wir ganz in ökumenischer Eintracht gewiss mitbeten können:

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Jesus, unser Gott und Heiland, in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt kommen wir zu Dir und bitten Dich:

  • für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind;
  • für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben;
  • für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern;
  • für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und international,
  • die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen;
  • für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen;
  • für diejenigen, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen;
  • für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;
  • für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert waren.

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht, hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen.
Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und der Sorge füreinander.
Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen.
Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden, wie wir miteinander in Kontakt bleiben.
Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind, um uns in der konkreten Begegnung als betende Gemeinschaft zu erfahren, so stärke in uns die Gewissheit, dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind.

Wir stehen in der Passions- und Fastenzeit. In diesem Jahr werden uns Verzichte auferlegt, die wir uns nicht freiwillig vorgenommen haben und die unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrechen.

Gott, unser Herr, wir bitten Dich: Gib, dass auch diese Fastenzeit uns die Gnade schenkt, unseren Glauben zu vertiefen und unser christliches Zeugnis zu erneuern, indem wir die Widrigkeiten und Herausforderungen, die uns begegnen, annehmen und uns mit allen Menschen verstehen als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel.
Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

Gebet von Bischof Dr. Stephan Ackermann, Bistum Trier

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